Delay – Pre oder Post???

Auch wenn wir noch bei den Aufnahmen/Edits für das aktuelle Projekt sind, so gerät man doch manchmal ins Grübeln, was man so ausprobieren möchte oder im speziellen welche Technik für eine spezielle Passge anzuwenden ist.

Und so kam die Frage auf, wie man am besten einen Delay bei verzerrten Metal Gitarren einsetzt.

Das Delay an sich dient dazu, den Gitarrensound aufzufüllen. Im Gegensatz zur Doppelung geht es nur bedingt darum, etwas “fetter” klingen zu lassen, sondern das Delay schafft einfach mehr Fülle und gibt dadurch Präsenz.

Doch wo genau kommt es hin? Oder eher gesagt, wo sollte es hin? Gibt es Gründe für beide Szenarien?

Nun, schauen wir uns die Situation eines Mixers und eines Gitarristen an. Gitarristen setzen gerne Delay-Pedals als eine der letzten Tretminen ein. Von der Signalkette her hängt es also vor dem PreAmp, vor der Verstärkung und vor der Box, welche dann wieder per Mikro abgenommen und aufgenommen wird.

Während des Mixing Prozesses kommt man natürlich nicht mehr in die Kette rein. Das was aus der Box rauskam, steht jetzt als Mono Spur in der DAW und damit muss gearbeitet werden.

Hat dies einen Einfluss auf den Sound? Schauen wir mal bei den geläufigen Foren vorbei:

Beide scheinen zu dem Ergebnis zu kommen, dass die Antwort ein klares Jain ist und führen folgende These an (direkt übersetzt aus BLUElightCorys Kommentar):

  • Den Delay Pre / vor dem Verstärker für einen dreckigeren, organischeren Sound
  • Den Delay Post / in die Mixing Effektschleife für einen sauberen, räumigeren Sound.

Gerade die erste These ergibt durchaus Sinn, da das Delay noch durch die Verzerrung läuft, wenn es Pre geschaltet ist. Dadurch wird nicht nur das Original, sondern auch der Delay Anteil komprimiert und gesättigt. Gegebenenfalls arbeitet sogar die Zerre signifikant anders mit dem hinzugefügtem Signal.

Was ist mit dem Raum gemeint? Nun, ich denke mal hauptsächlich zielt diese Behauptung darauf ab, dass man während des Mixens einen Delay steuern kann. Wenn die Delay Taktung abhängig vom Songtempo gesetzt ist (Achtel, Triolisch,…) dann kann man mit genau dieser Delay Einstellung eine Menge akustischer Effekte erzeugen. Auch lässt sich das Delay super in Verbindung mit dem Original verwenden zur räumlichen Anordnung des Signals. Soll ein Gitarrensolo komplett vorne stehen? Oder geht es um eine Begleitmelodie im Hintergrund? Das sind Fragen, welche einen beschäftigen bei der Auswahl des Delays an sich.

Als kleines Experiment möchte ich vor allem in der Timing Frage ein kleines Experiment wagen. Ich besitze glücklicherweise zwei Reamping und DI Boxen. Was also, wenn ich folgende Signalkette aufsetze.

DI Spur -> ReampingBox1 -> BodenEffekte (EQ, Kompressor,…) -> DI Box -> Plugin Delay (getaktet) -> ReampingBox2 -> Amp -> Mikro -> Preamp -> Interface -> DAW

Inwiefern lässt sich das organische und räumliche dann kombinieren?

Was meint Ihr? Völlig überzogenes Setup für keinen oder minimalen Effekt? Oder sinnvoller Gedanke zur Kombination beider Techniken?

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